Colisa labiosa, Wulstlippiger Fadenfisch

Herkunft: Indien

Temperatur ( °C ): 22-28  Härte ( °dGH ):

Grösse ( cm ): 9   pH - Wert: 7

 

Das natürliche Verbreitungsgebiet des dicklippigen Fadenfisch befindet sich in den Sümpfen und überfluteten Reisfeldern Burmas. Neben der hier gezeigten Wildform existiert inzwischen eine Zuchtform, die als "Orangener labiosa" angeboten werden.

Da Colisa labiosa zu den mittelgroßen Arten innerhalb der Gattung gehört, sollten zur Pflege Aquarien ab 80 cm Kantenlänge benutzt werden. Die Tiere bevorzugen von Natur aus ruhige Bereiche und sollten im Aquarium genügend Rückzugsmöglichkeiten vorfinden. Großzügige Bepflanzung sowie eine Gliederung mit Moorkienholz und eine Schwimmpflanzendecke kommt den Bedürfnissen entgegen. Gegen eine Vergesellschaftung mit anderen Fischen ist nichts einzuwenden, lediglich auf zu rabiate oder "flossen-knabbernde" Artgenossen sollte verzichtet werden.

Die Fütterung bereitet keine Probleme; jedes gängige Flockenfutter wird angenommen. Sehr gerne werden auch Cyclops oder Artemia genommen, die schon allein wegen der Abwechslung und ihrer Wirkung auf die Ausfärbung der Art angeboten werden sollten.

Zur Nachzucht sollte ein laichwilliges Paar in ein separates Becken gesetzt werden. Hierbei reichen Aquarien ab 40 lt. vollkommen aus, der Wasserstand sollte nicht höher als 15 cm sein. Das Männchen beginnt bei einer leichten Temperaturerhöhung auf 28° C meist sofort mit dem Nestbau. Zur Eiablage umschließt das Männchen das Weibchen mit dem Körper und dreht es auf den Rücken, damit die Eier direkt in das Nest abgegeben werden können. Zu Boden fallende Eier werden, während das Weibchen in einer Art Laichstarre verharrt, vom Männchen eingesammelt und ins Nest gespuckt. Nach dem Ablaichen sollte das Weibchen aus dem Becken entfernt werden, da es meist stark gejagt wird. Die Jungfische schlüpfen je nach Temperatur nach 36-48 Stunden und müssen zunächst mit Infusorien oder anderem Feinstfutter ernährt werden.


Gattungsinformationen:
Die Gattung COLISA umfaßt zur Zeit vier Arten: C. chuna, C. labiosa, C. lalia und C. fasciata. Sie gehören in die Gruppe der sogenannten Labyrinth- oder auch Kletterfische (Anabantoidei). Der Name Labyrinthfische bezieht sich auf ein spezielles Atemorgan, mit dem den Tieren neben der Kiemenatmung auch die Möglichkeit geboten wird, auch Luft von der Wasseroberfläche aufzunehmen.

Es sind durchweg gut geeignete Aquarienpfleglinge, die keine außergewöhnlichen Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit stellen. Wichtig bei der Pflege von Labyrinthfischen ist, daß sie die Möglichkeit haben, an der Wasseroberfläche Luft aufnehmen zu können.

Die Männchen dieser Gattung sind ausgesprochen farbenprächtige Tiere. Dies gilt besonders während der Fortpflanzungszeit. Dabei werden Reviere gebildet, die gegen artgleiche und -fremde Fische, auch wesentlich größere, verteidigt werden. Alle vier Arten sind Schaumnestbauer, d.h. will man im Gesellschaftsbecken den Bau eines Nestes beobachten, sollte die Wasserbewegung an der Oberfläche nicht zu stark sein. 

Hält man mehrere Tiere in einem Becken, ist für eine teilweise dichte Bepflanzung zu sorgen, in die sich unterlegene Tiere zurückziehen können. Hinsichtlich der Futterfrage gelten sie als genügsam, trotzdem gönne man ihnen Abwechslung in Form von Lebendfutter, vor allem, wenn sie nachgezogen werden sollen.

Colisa-Arten mögen es warm. 25° bis 28° Grad sind empfehlenswert, da sie dabei ihre ganze Farbenpracht entfalten.