Siamesischer Kampffisch
Betta splendens

Heimat: Thailand, Kambodscha, Vietnam, Malaysia

Länge: bis 6 cm

Artbeschreibung: Schaumnestbauer,

Geschlechtsmerkmale:
Männchen bis 6 cm, stark verlängerte Flossen
Weibchen etwas kleiner, bis 5 cm, mit kürzeren Flossen

Haltung: Becken ab 50 cm, mit guter Bepflanzung (Schwimmpflanzen), nur 1 Männchen mit mehreren Weibchen

Wasser: pH 6,5-7,5 ; weich - mittelhart

Temperatur: 24-29°C

Futter: alle Arten, vor allem Lebendfutter

Einer der bekanntesten und zugleich farbenprächtigsten Labyrinther in unseren Aquarien ist der Kampffisch. Im ostasiatischen Raum werden sie vielerorts seit Jahrhunderten in großen Mengen für Schaukämpfe mit Wetteinsatz nachgezogen. Hierzu nimmt man allerdings nicht die bei uns beliebte Schleierform, die es heute in allen möglichen Farbschlägen gibt, sondern die kurzflossige Wildform.

Die Weibchen von Betta splendens bleiben deutlich kleiner und erreichen fast nie die prächtige Färbung der Männchen. Die Aggressivität der Männchen führt auch in größeren Aquarien früher oder später zu Problemen, wenn mehr als ein Männchen gehalten wird, daher wird die Haltung von nur einem Männchen pro Aquarium empfohlen. 

Gegenüber anderen Mitbewohnern ist der Kampffisch nicht angriffslustig.
Die Pflege und Zucht gestaltet sich relativ problemlos. Als Schaumnestbauer liebt er keine kräftige Wasserbewegung, außerdem sollte das Becken ein dichte Randbepflanzung als Rückzugsmöglichkeit für die Weibchen aufweisen. Zur Eiablage lockt das Männchen ein Weibchen unter das zwischen Pflanzen gebaute Schaumnest. Nach der Eiablage übernimmt das Männchen die Brutpflege, bei der aus dem Nest gefallene Eier oder entflohene Jungfische in den ersten Tagen eingesammelt und ins Nest zurückgespuckt werden. Die sehr kleinen Jungfische müssen zunächst mit Feinstfutter ernährt werden. Da die Jungtiere recht unterschiedlich wachsen, sollte man immer die größeren Jungfische aussortieren, da sie sich sonst von kleineren Geschwistern ernähren. Während junge Weibchen gemeinsam gehalten werden können, sollten die Männchen zur Entwicklung ihrer imposanten Beflossung voneinander getrennt werden.


Gattungsinformationen:
Zweifellos stellen die Tiere der Gattung BETTA hinsichtlich ihrer Verhaltensweise sehr interessante Pfleglinge im Aquarium dar. Die im allgemeinen Sprachgebrauch als "Kampffische" bezeichneten Arten sind keineswegs alle so kämpferisch wie der Name vermuten läßt. Es gibt durchaus Betta´s die sich selbst in kleineren Becken in Gruppen pflegen lassen. 

Grundsätzlich sind in dieser Gattung zwei Gruppen zu unterscheiden: Schaumnestbauer und Maulbrüter. Bis vor wenigen Jahren war in vielen Fällen nicht bekannt, welcher Gruppe die einzelnen Arten zuzurechnen sind. Das lag daran, daß viele Arten unter verschiedenen Namen beschrieben, aber noch nie im Aquarium gehalten wurden. Hier hat es in den letzen Jahren jedoch einen deutlichen Schritt nach vorn gegeben. So konnten, hauptsächlich durch engagierte Aquarianer, zahlreiche Betta-Arten erstmals nach Deutschland eingeführt werden. Darunter waren auch einige bis jetzt völlig unbekannte neue Kampffische. Da auch in jüngster Zeit immer wieder neue Arten beschrieben werden, kann z. Zt. wohl kaum jemand sagen, wieviel Betta-Arten es gibt.

Kampffische sind über weite Teile Südostasiens verbreitet. Besonders interessant ist die Insel Borneo, von der noch einige aquaristische Neuheiten zu erwarten sind. Schaumnestbauer bewohnen eher stehende, die Maulbrüter eher Fließgewässer.

Wie alle Labyrinthfische sollte darauf geachtet werden, daß die Raumtemperatur nicht über einen längeren Zeitraum unter 20° C gehalten wird, da sich diese Lungenatmer auch erkälten können..