Larvenfutter
Die Larven der Rosen- und Riesenkäfer ernähren sich von toten
pflanzlichen Stoffen. Da die Nahrung gleichzeitig auch den Lebensraum für die
gesamte Entwicklung darstellt, muss sie im Terrarium und später in den
Larvenbehältern in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Auch die Qualität
und Zusammensetzung des Futtersubstrats sind für den Nachzuchterfolg
entscheidend. Als Bestandteile der Futtermischung haben sich drei
unterschiedliche Ausgangsstoffe bewährt, die jederzeit leicht aus einem Wald
oder dem eigenen Garten zu beschaffen sind:
1.
Laubwaldhumus
Für die Qualität des Laubwaldstreues ist dessen Zersetzungsgrad
entscheidend. Optimal ist die humose Schicht aus wenig bis teilweise verrottetem
Falllaub. Im Wald befindet sich diese maximal fünf Zentimeter dicke Schicht
direkt unter den frischen, noch wenig verrotteten Blättern. Das richtige
Substrat weist eine gut strukturierte, luftige Beschaffenheit auf.
2.
Holz
Abgestorbene Äste verschiedener Laubbäume dienen als Holzbestandteil der
Nahrung. Dabei ist vor allem der Zersetzungsgrad des Holzes zu beachten. Er
sollte bereits so weit fortgeschritten sein, dass man schon mit dem Fingernagel
kleine Stückchen herausbrechen kann. Optimal ist durch Weißfäulepilze
zersetztes Todholz, das an seinem geringen Gewicht und seiner hellen Farbe
leicht zu erkennen ist. Spezielle Pilze haben dort einen Holzbestandteil
abgebaut, den die Käferlarven sowieso nicht verwerten können (das Lignin).
Völlig unbrauchbar ist braunfaules Holz, das eine fädige, schwammähnliche
Struktur aufweist. Dort haben Pilze den wichtigsten Bestandteil, die Zellulose,
bereits abgebaut. Buchen- und Eichenholz hat sich als besonders geeignet
erwiesen, da es im Wald über längere Zeit im richtigen Abbaustadium erhalten
bleibt.
Als Ersatz für weißfaules Holz kann unter anderem Geheckselter
Laubbaumschnitt angesehen werden. Dieser muss allerdings bereits eine gewisse
Zeit verrottet sein.
3.
Kompost
Auch Kompost aus schadstofffreien Garten- und Küchenabfällen ist als
Nahrung für viele Käferlarven geeignet. Der optimale Zersetzungsgrad ist daran
zu erkennen, dass der Kompost noch eine gewisse Struktur aufweist. Da das noch
nicht vollkommen mineralisierte und humose Material vielen Organismen als
Dabei wird das natürliche Bodengefüge der Mikroorganismen allerdings so stark gestört, dass mit vermehrter Pilz- und Milbenentwicklung zu rechnen ist. Will man unbehandelten Kompost verwenden, dann sollten zunächst alle Laufkäfer, Laufkäferlarven, Schnellkäferlarven und Steinläufer aus dem Substrat herausgelesen werden. Die hier aufgezählten Substrate stellen nur einen Ersatz für die natürliche Nahrung der Käferlarven dar.
Für den Zuchterfolg ist neben der richtigen Auswahl der Grundbestandteile
auch deren Mischungsverhältnis ausschlaggebend.
1. Die Larven der Riesenkäfer findet man in freier Natur oft in toten Stämmen und Ästen verschiedener Laubbäume. Weiterhin in unterschiedlichen Palmenarten (Kokos-, Öl-, Betelnusspalme), in toten Bananenstauden und im Erdreich unter liegenden Kokospalmenstämmen, in Haufen von Sägespänen, vermodernden Blättern und Dung. Auch Komposthaufen und Böden mit reichlich organischem Material, die durch Zersetzungsprozesse zusätzliche Eigenwärme produzieren, werden aufgesucht. Ausgehend von der natürlichen Futterzusammensetzung sollte den Riesenkäferlarven in der Terrarienhaltung hauptsächlich Holz angeboten werden. Nachdem der Boden des Behälters mit ganzen oder zerbrochenen Ästen bedeckt wurde, folgt eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht aus Laubwaldhumus oder Kompost. Unter anderem gewährleistet die Auflage, dass ein dauerhaft feuchtes Kleinklima entsteht.
2.
Rosenkäferlarven findet man in freier Natur in verrottendem, mulmigen
Holz oder verrottendem Moos in Baumstubben. Neben Ameisenhaufen werden weitere
Ansammlungen organischer Stoffe, wie Dung-, Blätter- und Komposthaufen,
aufgesucht. Für die verschiedenen Rosenkäfer haben sich folgende
Substrate bewährt:
Cetoniini
und Gymnetini bevorzugen Laubwaldhumus oder Kompost. Zusätzlich kann
verschiedenes Obst oder Gemüse auf die Erdoberfläche gelegt werden. Jedoch
Achtung: Zu viele zusätzliche Beigaben bringen unerwünschte Milben zur
Massenvermehrung! Die meisten Goliathkäfer (Tribus Goliathini) wünschen ein
Substrat, das sowohl Holz- als auch Humusbestandteile enthält. Das
Mischungsverhältnis von Holz zu Laubwaldhumus oder Kompost sollte 1:2 bis 1:3
betragen. Es hat sich als günstig erwiesen, das morsches Holz in grobe Stücke
zu zerkleinern und mit dem übrigen Substrat zu mischen.
Allgemein
gilt, dass das Substrat eine lockere Struktur aufweisen sollte und ständig
leicht feucht sein muss. Eine wichtige Orientierungshilfe gibt die natürliche
Humusschicht des Waldes, die normalerweise einen günstigen Feuchtigkeitsgehalt
besitzt.