Von Passau nach Budapest und zurück

Ende Juli 2001 fuhren wir mit unseren Fahrrädern von Passau nach Budapest und zurück auf dem Donau - Radweg in 3 Wochen . Insgesamt ca. 1400km. Der Radweg ist von Anfang bis Ende bis auf ein kurzes Stück in Österreich durchweg asphaltiert oder auf gut befahrbaren Feldwegen zu befahren. Die Beschilderung ist nur in Ungarn ein wenig problematisch, aber im Großen und Ganzen mit gutem Kartenmaterial nicht zu verfehlen.

Wir haben die Fahrradführer von Winfried Steininger "Am Strom entlang DONAU" , Verlag Moby Dick, ISBN 3-89595-004-1 und von bikeline das Radtourenbuch "Donauradweg Teil 3 von Wien nach Budapest"  ISBN 3-900869-81-2 verwendet.

Das Gepäck war in einem Anhänger untergebracht, übernachtet wurde im Zelt auf Campingplätzen, aber auch am Donauufer oder außerhalb der Ortschaften am Wegesrand.

Wir sind 2 Erwachsene und unser damals 11jähriger Sohn, der das Fahrradfahren auf längeren Strecken gewöhnt ist. Wasser zum nachfüllen der Wasserkanister und Trinksäcke ist unterwegs überall am Wegesrand zu finden. Entweder in Deutschland an Tankstellen, in Österreich an den Infostellen für Radler am Radweg oder in Ungarn in jedem Ort an den vielen Pumpbrunnen.

Bevor es losging, haben wir unser Auto für die 3 Wochen in Passau am Ortsende, auf der linken Donauseite Richtung Obernzell, geparkt.

Dort gibt es einen Wiesenplatz auf der rechten Straßenseite, direkt an der Donau, wo alle Radler und Inlineskater Ihre PKW parken.

Von hier aus führt der offiziellen Donau - Radweg auf der rechten Straßenseite.

Hinter Obernzell kommt man an einem Kraftwerk vorbei und dann sind es nur noch ein paar Kilometer zur österreichischen Grenze, die einem ziemlich unspektakulär begegnet:

Von der Grenze aus fährt man weiter bis Schlögen, hier hört der Radweg auf und man kann zwischen zwei Fähren wählen, um auf die andere Donauuferseite zu wechseln. Eine Weiterfahrt auf der linken Seite ist nicht möglich, es sei denn, man ist eine Gemse und klettert mit Fahrrad und Gepäck am Steilufer weiter. Wer das Fährangebot des Bauernhofs wahrnimmt, kann bis Obermühl fahren und dann auf die andere Seite mit einer neuen Fähre wechseln.

Nach 67 km ab Passau erreicht man Aschach, immer am Ufer entlang, abseits von allen Strassen, während der Saison allerdings mit einer Menge anderer Radler. Kurz vor Aschach gibt es sogar einen offiziellen Übernachtungsplatz am Donauufer, natürlich kostenlos.

Wer offiziell kostenlos übernachten will, kann dies auf den vielen Bootsanlegeplätzen an der Donau tun, die Plätze sind auf jeder guten Straßenkarte eingezeichnet und in allen grösseren Orten und Städten an der Donau zu finden.

Von Aschach bis Grein sind es dann noch 91 km, auf der linken Donauseite abwärts bis Melk dann noch mal 52 km.

Wer die Wachau in Ruhe und mit "Viertele" Abstechern fahren will, sollte wie wir in Melk auf dem Campingplatz übernachten und am nächsten Morgen dann auf der linken Donauseite weiterfahren bis Krems auf den Campingplatz. Das sind zwar nur 37 km, aber unterwegs gibt es so viele Möglichkeiten, den Wein zu kosten oder die Gegend und die Dörfer zu inspizieren, dass man schon einen Tag dafür braucht.

Vor allem natürlich Dürnstein, kurz vor Krems. Hier wurde Richard Löwenherz auf der Burg gefangen gehalten. Der Ort selbst ist sehenswert und ein Abstecher auf die Burg allemal zeitlich drin. Wer allerdings die schöne Kirche mit Ort fotografieren will, sollte das auf die Rückfahrt verlegen, dann natürlich auf der rechten Donauseite. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf die andere Uferseite mit Dürnstein, Kirche und Burg.

Von Krems, (hier auch den Fußboden der Fußgängerzone beachten)  bis Tulln sind es dann 41 km und nach Wien noch mal 38 km. Zum Übernachten empfiehlt sich der Campingplatz in Klosterneuburg, ca. 10 km vor Wien. Wer noch fit ist und noch ein paar Kilometer schafft, kann zum Campingplatz im Zentrum Wiens fahren, ca. 20 km weiter, kurz vor Lobau, am linken Donauufer.

Dieser Campingplatz ist allerdings sehr laut, da er zwischen der Stadtautobahn und dem Güterbahnhof liegt. Für eine Stadtbesichtigung über eine der Rad und Autobrücken am nächsten Tag allerdings idealer, weil man nicht mehr soweit ins Zentrum hat. ACHTUNG: das Stadtgebiet von Wien ist riesig. Von Klosterneuburg bis zum Campingplatz bei Lobau sind es wirklich über 15 km.

Am nächsten Tag geht es dann weiter nach Bratislava in der Tschechei, ca. 66 km. Wir haben kurz vor der Grenze hinter dem Ort Wolfsthal auf freiem Feld übernachtet. Direkt an der Donau war es nicht möglich, da hier wegen der nahen Grenze bewaffnete Soldaten den Grenzverlauf überwachen. Einer dieser allerdings sehr freundlichen Grenzer, empfahl uns nicht weiterzufahren und ein wenig landeinwärts zu übernachten, da die Schiessereien im nahen Bratislava zu nächtlicher Zeit sehr störend wären. Wir nahmen ihn beim Wort und fuhren wieder Richtung Strasse zurück und stellten unser Zelt auf einem Wiesenstück auf um trotzdem ruhig zu schlafen.

Am darauf folgenden Morgen waren es dann nur noch ca. 800 m zum Grenzübergang, vorbei an diesem malerischen Feldbrunnen.

Hier ist man als Fahrradfahrer schnell durch beide Grenzposten durch. Der Fahrradweg führt gleich nach der Grenze LINKS weiter auf einem Fahrradweg. ACHTUNG: hier gibt es keinerlei Beschilderung, wir sind auf der Hinfahrt prompt über die große Brücke gefahren und mitten in Bratislava wieder raus gekommen. Da der Autoverkehr hier mörderisch ist, ist diese Variante nicht zu empfehlen. In diesem Fall Richtung Lunapark weiterfahren, am Donauufer findet man wieder problemlos auf den Radweg. Die Beschilderung muss ab und zu gesucht werden, wer sich entscheidet auf der rechten Donauseite weiter zu fahren, sollte nicht unbedingt in der größten Mittagshitze die nächsten 15 km zurücklegen. Der Grund:

hier fährt man an einem riesigen Stausee entlang. Die Donau wurde zur Stromgewinnung auf ca. 20 km angestaut. Der Radweg verläuft auf einem Damm. Rechts die Donau und links ein Abzugskanal. Auf der ganzen Strecke bis zum Kraftwerk ist kein Schatten, kein Baum oder Strauch, nur heißer Asphalt und Fata Morganas.

Wir waren anschließend ziemlich fertig, da wir dieses Stück bei ca. 30° C im nicht vorhandenen Schatten gefahren sind. An der Einfahrt zum Kraftwerk gibt es dann ein kleiner überdachter Picknickplatz. Ein junger Engländer fiel ein paar Minuten nach uns ebenfalls völlig erschöpft von seinem Rennrad auf eine der Bänke im Schatten. Nach kurzem Kartenstudium dann die erschreckenden Aussichten: bis zum nächsten Schatten sind es noch mal 17 km nach dem Ort Vojka. Abstecher in die Büsche unterwegs sind nicht zu empfehlen, baden an der Donau geht nicht und die Moskitos freuen sich wirklich über jeden der vorbei kommt.

Nach Vojka sind es dann noch 16,5 km, bis man über die Donau wechseln kann auf die andere Uferseite bei Tejke. Bis Komárno, die nächste Gelegenheit nach Ungarn auf der anderen Donauseite, sind es dann noch mal 53 km. Teilweise abseits der Donau, da kein Weg am Ufer entlang führt, dafür durch kleine, ruhige Dörfer. Der Radweg führt ab Malé Kosihy auf unbefestigten Dammwegen bis kurz vor Komárno.

In der Stadt geht es dann weiter Richtung Komárom auf der ungarischen Donauseite. Hier gibt es dann am Thermalbad einen großen Campingplatz zum übernachten.

Wer sich diese Tortour ersparen will, sollte diesen Streckenabschnitt auch auf der Hinfahrt auf der ungarischen Seite abfahren. Hier ist es landschaftlich auch interessanter und Schatten findet sich eine Menge an den vielen Badeseen die einem unterwegs begegnen.

Von Komárom nach Esztergom geht dann die nächste Tagesetappe von 72,5 km. Wegen der hohen Hitze mussten wir allerdings größere Pausen einlegen. Da der Radweg hier in Ungarn entlang der Bundesstrasse verläuft, sind Abstecher zu Badeseen natürlich eine willkommene Abwechslung. Groß ist die Überraschung allerdings in Almasfüzitö. Laut Karte soll hier ein großer See sein. Stattdessen dies hier:

Also weiter nach Tát, dort gibt es einen winzig kleinen Zeltplatz am Donauufer.

In der Wirtschaft die dazu gehört, kann man dann günstig essen und trinken. Am nächsten Tag dann weiter nach Esztegom. Vorbei ein kleinen Sehenswürdigkeiten .

Die Basilika der Stadt ist nicht zu übersehen, und auch vom Radweg aus, nachdem man die Stadt verlassen hat, noch weithin sichtbar.

Für eine Stadt - und Kirchenbesichtigung sollte man sich Zeit nehmen. Weiter geht es am Donauufer Richtung Budapest.

Einige Kilometer hinter Esztegom trifft der Radweg auf die Hauptstrasse nach Visegrad. Von nun an geht es zum Teil auf der Strasse weiter. Der Verkehr hält sich aber in Grenzen. Drei Kilometer hinter Visegrad biegt der Radweg auf die Donauinsel ( Szentendrei sziget) ab. Hier muss mit der Fähre übergesetzt werden. Zwar mühsam wenn man wie wir einen vollgepackten Anhänger dabei hat, aber mit der tatkräftigen Hilfe des Fährmann zu bewältigen. Die Insel selbst ist lohnenswert, da man hier noch eine der grossen Pferdeherden mit Hütejunge in freier Wildbahn antreffen kann. Zum Übernachten gibt es Richtung Vác kurz vor der Fähre einen Campingplatz. Wir haben uns allerdings einen freien Platz an der Donau gesucht und gefunden.

Am nächsten Tag weiter bis Szigetmonostar, hier wieder zurück ans rechte Donauufer mit der Fähre nach Szentendre .

Von hier nach Budapest sind es nur noch 25 km. Allerdings ist hier von Landschaft nicht mehr viel zu sehen, da ab hier die Vororte Budapests beginnen. Ganz unmerklich geht der Radweg in die Außenbezirke der Stadt über. Ungefähr 5 km vom Zentrum entfernt, gibt es einen riesigen Campingplatz mit Freibad. Zwar sind die sanitären Anlagen nicht gerade berauschend, aber eine bessere Möglichkeit zum Übernachten und anschließend die Stadt besichtigen, gibt es nicht.

Wir haben uns am nächsten Morgen Budapest angesehen, nachdem der Radweg auf abenteuerlichen Seitenstrassen letztendlich wieder am Donauufer anlangt.

Von hier aus dann auf dem Radweg weiter bis ins Zentrum und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind nicht zu übersehen.

Aber VORSICHT, wer mit Kindern in Budapest auf dem Fahrrad unterwegs ist, sollte seine Kinder zwischen sich fahren lassen. Der Autoverkehr ist mörderisch und die ungarischen Autofahrer sehen Radfahrer als lästige Übel der Strasse an. Falls Platz ist, lieber auf dem Gehweg fahren. Die Einheimischen machen das auch.

Nach einer weiteren Übernachtung geht es weiter zur

Rückfahrt nach Passau