Pterophyllum altum

Hoher Segelflosser, Altum Scalar

Herkunft:  Orinoco

Temperatur ( °C ): 28-30°C  Härte ( °dGH ): 

Grösse ( cm ):  18 cm  pH - Wert:  <7

 

Skalare sind Buntbarsche und gehören zur Fam. Cichlidae. Wenn Skalare jung sind, leben sie im Schwarm, später bilden sie Reviere und leben paarweise als Elternfamilie mit ausgeprägter Gattentreue zusammen. Sie stammen aus Südamerika und leben dort (je nach Art) im mittleren Amazonas mit Nebenflüssen bis nach Peru und Ostecuador bzw. im Orinoco mit Nebenflüssen. 

Grösse und Beschreibung: Mit Flossen bis 15cm lang und 26cm hoch, in Gefangenschaft kleiner bleibend. Körperhöhe (ohne Flossen) etwa 1,5mal in der Körperlänge enthalten, seitlich sehr stark abgeflacht. Stirnprofil vor den Augen ohne oder nur mit geringer sattelförmiger Einziehung. Bei alten Tieren wölbt sich die Stirn vor und wird breiter. Rücken, Nacken und Schnauze rußig braungelb, zuweilen mit mehr oder weniger zusammenfließender braunroter Fleckung. Körperseiten silbrig, mit vier nach Stimmung tiefschwarzen oder grauen Querbinden. Die erste verläuft vom Nacken im Bogen durch das Auge, Iris im Alter rot.

Die Unterscheidung der Geschlechter ist schwierig, auch die Form der Genitalpapille gibt nicht immer eindeutig Auskunft.

Pflege: Die Becken in denen sie gehalten werden, sollten eine Mindestenslänge von 80 cm haben und entsprechend hoch sein (mind. 50 cm). Der Beckenrand sollte mit harten Pflanzen (z.B. mit Vallisnerien,Sagittarien) gut bepflanzt sein. Steine und Wurzeln sollten ebenso wenig fehlen wie ausreichender Schwimmraum. Bei der Vergesellschaftung sollte man darauf achten, daß Skalare nicht mit Neonfischen zusammen in einem Becken untergebracht werden, da die Neons sonst gefressen werden. Auch sollte man sie nicht mit lebhaften Fischen wie z.B. der Sumatrabarbe (Barbus tetrazone) vergesellschaften, da diese gerne an den Flossen der Skalare knabbern. Die benötigte Wassertemperatur sollte je nach Art zwischen 24 - 30 C liegen, der ph-Wert leicht sauer bei 6 - 6.5 und das Wasser sollte recht weich (5 dGH) sein, obwohl auch höhere Werte vertragen werden. Bei zu kühler Hälterung können Trübungen der Hornhaut des Auges und Verpilzungen auftreten, die allerdings durch Wärme und gute Durchlüftung meist schnell zurückgehen. Sehr empfindlich gegen Chemikalien, Bäder mit Medikamenten sollten deshalb nach Möglichkeit vermieden werden, zumindest versucht man zunächst Krankheiten durch Wärme (bis 33 °C) zu behandeln.  

Lebendfutter: Mückenlarven, Würmer, Wasserkäferlarven und Libellenlarven, Kleinkrebse und junge Fische. Nicht zuviel füttern, möglichst oft die Futterart wechseln. Bei Überfütterung mit einer Futterart kann Nahrungsverweigerung eintreten. In solchen Fällen hilft meist mehrfacher Wasser- und Futterwechsel oder Seesalzzusatz zum Beckenwasser. Friedlich, kein Wühler. Die Art lässt sich gut mit anderen Friedfischen vergesellschaften.

Zucht: Die Geschlechter lässt man sich aus einer Gruppe von Jungtieren selbst finden. Typische Offenbrüter mit charakteristischer Elternfamilie. Laichen am liebsten auf breiten Blättern von Unterwasserpflanzen (Cryptocoryne, Echinodorus), die sie vorher von Algen und Mulm säubern. Der Laich wird von beiden Partnern gepflegt und immer mit Frischwasser befächelt. Die nach 24-36 Stunden (26-30 °C) schlüpfenden Jungen werden von den Eltern aus den Eihüllen gekaut und erneut auf die Blätter gespuckt, wo sie zunächst an kurzen Fäden hängen, später bringen die Elterntiere die Jungen in flachen Gruben unter. Nach 4-5 Tagen erfolgen die ersten Schwimmversuche, nach weiteren zwei Tagen führen die Eltern die Nachkommenschaft. Aufzucht nicht schwierig. Gute Zuchten bringen 1000 Junge und mehr. Zur rationellen Zucht stellt man in das Becken ein Schusterpalmenblatt, auf dem die Tiere mit Vorliebe ablaichen. Blatt mit Gelege etwa nach 24 Stunden in ein Vollglasbecken mit gleichartigem Wasser oder abgestandenem Quellwasser übertragen und hier einen Durchlüfter so einbauen, dass das Gelege in einem langsamen Wasserstrom steht (kein Bodengrund und keine Pflanzen!) Rivalisierende oder balzende Männchen geben laute knarrende Töne von sich, die mit den Kiefern erzeugt werden.

noch eine andere Skalar Art:

Pterophyllum leopoldi

stammt aus Peru und sieht äußerlich Pterophyllum scalare recht ähnlich .

 

Allgemeines zur Skalarzucht

Um sie erfolgreich zu züchten sollte man das Gesellschaftsbecken nicht gerade als Vorzugsplatz wählen. Die Revierbildung ist auch anders gut zu sehen und in einem Gesellschaftsbecken sind einfach zu viele Fische, die den Laich gefährden. Ein Ancistrus reicht aus.

Die Geschlechtsunterschiede sind bei Skalaren am besten vor dem Ablaichen an den unterschiedlichen Laichpapillen zu erkennen. Weibchen besitzen diese abgerundet, Männchen dagegen spitz zulaufend. Auch die Stirnform gibt annähernd Aufschluß über die Geschlechtszugehörigkeit. 

Im Gesellschaftsbecken werden langwüchsige Gewächse zur Bepflanzung bevorzugt. Cryptocorynen, Farne etc. In diesen dichten Bewüchsen stehen die Fische oft minutenlang seelenruhig. Das vermittelt der Skalar auch außerhalb der Laichzeit in jedem Aquarium : Ruhe! Ein unruhiger Fisch macht ihn schon nervös. Also sollte man mit der Vergesellschaftung spielen. Ruhige Fische wählen. Die Beckenströmung sollte in Grenzen gehalten werden - auch wenn sie schon mal gerne im Filterausstrom stehen. Die Wasserwerte könne bei den heute angebotenen Nachzuchten nicht allzu sehr angepasst werden, solange diese außerhalb der Extreme liegen. Nitratanfällig sind wohl viele Fische - Skalare aber reagieren empfindlich auf überhöhte Werte. 

Im Zuchtbecken ist alles anders. Spärlich ausgestattet, mit einem Filter (gut ist ein Außenfilter, der die Jungen nicht einsaugen kann - jedenfalls nicht umgehend - später kann man gezielt eingreifen). Ein kleiner Filter reicht aus. Bei diesem Besatz ist die Filterung nicht allzu hoch zu bewerten. Wichtig ist, dass überhaupt gefiltert wird. Eine Regelheizung sollte auch nicht fehlen. Die Beleuchtung muss nicht hell sein - eher dunkler. Aber vorhanden sollte auch diese sein.

Eine Kiesschicht sollte den Bodengrund bedecken. Kleiner, runder Kies ist geeignet. Sand auch, aber nicht empfehlenswert, da dieser schnell, vor allem bei schwacher Filterung, zu faulen beginnt.

Zur Bepflanzung eignen sich große Mutterpflanzen, Anubias, Amanzonasschwert etc. Hauptsache große, glatte Blätter, die gut geputzt werden können.

Eine kleine, Wurzel mit Kuhle - man weiß ja nie ob die Tiere keine Pflanzenliebhaber sind und lieber anderes Substrat bevorzugen.

Wenn das Becken temperiert ist (26 - 28 °C sollten ausreichen), das Wasser weich (eine Voraussetzung, da der Laich sonst verpilzen kann) und die Beleuchtung in Betrieb, kann man die potentiellen Eltern schon in ihr neues Heim setzen.

Wenn nicht vorher schon erfolgt, kommt nun das sogenannte "konditionieren" der Fische. Bei den Skalaren heißt das, viel Lebendfutter, vor allem weiße Mückenlarven sind sehr gut zum Konditionieren geeignet. Aber Vorsicht - die schmecken ihnen so gut, dass sie sich oft daran überfressen. Des weiteren kann natürlich wie gewohnt weiter gefüttert werden. Flocken und Frostfutter bieten sich an.

Nun heißt es eigentlich nur noch abwarten und die Ruhe, die diese Tiere ausstrahlen zu genießen.

Wenn ein harmonierendes Pärchen im Becken ist, wird es sich ergeben, dass das Männchen balzend um das Weibchen schwimmt. Diese putzt dann auch eifrig die Blätter der Pflanze bzw. die Wurzel. Man sieht deutlich die unterschiedlichen Laichpapillen der Tiere heraustreten. Eine rund, eine spitz. Unruhe macht sich breit, bei dieser sonst so ruhigen Art.

Das Weibchen legt die Eier auf das Substrat und das Männchen "fährt" anschließend mit seiner Laichpapille darüber, um sie zu befruchten. Das ganze kann bis zu mehreren Stunden dauern. Dann kehrt wieder Ruhe ein.

Der Ablageplatz mit den ca. 300 Eiern (Abhängig von Größe und Alter der Tiere - es können bis zu 1000 werden) wird bewacht, ständig gemächlich umschwommen und die Eier werden fürsorglich betreut. Dies sieht man daran, dass das Weibchen die Eier dreht befächelt, wieder dreht auf ein anderes Blatt umgebettet etc. Man sollte das gedimmte Licht über Nacht nicht ausschalten - sonst ist es möglich, dass am kommenden Morgen keine Eier mehr vorhanden sind.

Die Eier sollte man in den kommenden Tagen beobachten. Werden sie weiß und verpilzen, so gibt es zwei Möglichkeiten. a) Man hat zwei Weibchen im Becken. Es kommt oft genug vor, dass diese Eier legen, die natürlich nie befruchtet sein können.

b) Das Wasser ist zu hart (> 15 ° dGH) die Filterung nicht genügend. Hier kann ein Mittel namens IonEx ® der Firma Femanga sehr gut gegen diese Problematik helfen. Man kann auch Regenwasser (über A-Kohle gefiltert) oder destilliertes Wasser dem Aquarienwasser in nicht allzu großen Mengen hinzufügen. Meist klappt dann der Schlupf.

Der Schlupf der Larven erfolgt nach drei Tagen. Die Eltern betten die Larven ständig auf andere, geputzte Blätter um. Oft sucht man als Pfleger die Larven und denkt, sie wären verspeist worden, bis man sie unter einem anderen Blatt dann erleichtert wieder findet, weil die Eltern gerade ein herabgefallenes auflesen und wieder auf den Platz zurücksetzen.

Weitere drei Tage nach dem Schlupf schwimmen die Larven frei im Wasser in ihrem Schwarm. Bei Gefahr werden die Fische ins Maul genommen, später dann wieder frei gelassen.

Die Jungen zu füttern ist nicht ganz einfach unter der Führung der Eltern. Frisch geschlüpfte Artemia Nauplien werden genommen, wenn die Eltern nicht gerade mal wieder ihre Brut retten, weil der Pfleger zur Fütterung an die Frontscheibe tritt. Auch Infusorien und zerstäubtes Trockenfutter wird zur Fütterung genommen.

Die Jungen wachsen schnell. Erreichen nach einer Woche eine Größe von einem guten cm. Wenn die Jungen eine gewisse Größe haben, sollte man auch die Eltern herausfischen und die Jungen separat großziehen. Irgendwann wird bei den Eltern der Hunger größer sein als die Freude an den Jungen ... oder sie vergessen die Jungen und laichen erneut ab. Dann ist es Zeit für die Jungen das Becken zu räumen und in einem anderen aufzuwachsen.