VDA-Börsenordnung

Aquaristik

Der Zucht von Aquarientieren sowie von Aquarienpflanzen ist innerhalb der, dem VDA angeschlossenen Vereine und Zweckvereinigungen, eine besondere Bedeutung zuzumessen. Sie ist die Grundlage zum Erhalt von Arten im Bestand der Vivarianer und trägt dazu bei, die optimalen Pflegebedingungen zu erforschen und zu verwirklichen.

Die erfolgreiche Zucht ist meist der Anlass, die selbstgezüchteten Tiere und Pflanzen an interessierte Vivarianer weiterzugeben. Diesem Zweck dienen die durch die Vereine und Zweckvereinigungen durchgeführten Aquarienbörsen.

Im Sinne einer einheitlichen, sachgerechten Praxis innerhalb der dem VDA angeschlossenen Vereine und Zweckvereinigungen, wurde die am 15.10.1994 in Wolfsburg beschlossene

VDA-BÖRSENORDNUNG

der Musterbörsenordnung und den Hinweisen des Ministeriums Ländlicher Raum, Baden-Württemberg, zur Durchführung von Tierbörsen und Tiermärkten, Stand 10. Dezember 1999, angepasst.

§  1 Geltungsbereich
Die Börsenordnung gilt für alle Aquarienbörsen, die vom

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 (Name, Anschrift des Vereins)
durchgeführt werden.

§  2 Gegenstand der Aquarienbörse
Die Aquarienbörsen dienen grundsätzlich keinen erwerbsmäßigen Zwecken.

Auf ihnen dürfen nur angeboten werden, Tiere und Pflanzen, die in Aquarien gepflegt werden, sowie deren Eier und Samen, wenn sie aus eigener Nachzucht oder aus eigenem längeren Bestand stammen und ihre Haltung oder der Handel mit ihnen nach der Tier-, Arten- und Naturschutzgesetzgebung nicht verboten ist.
Die Art und ggf. Gattung der angebotenen Aquarientiere ist in der Anlage gesondert aufgeführt.

Angeboten werden darf ferner nur ersichtlich gebrauchtes Zubehör für die Pflege von Aquarientieren bzw. Pflanzen.

Nicht erlaubt ist das Anbieten von Tieren und Pflanzen, die speziell für den Verkauf auf der Börse erworben wurden und von im Handel erhältlichem Futter jeglicher Art, sowie aus der Natur entnommenem Lebendfutter.

§  3  Anbieter
Alle Anbieter müssen die erforderlichen Kenntnisse über die tier- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen besitzen, der Nachweis des entsprechenden VDA-Sachkundenachweises ist wünschenswert. Die tierschutz- und artenschutzrechtlich vorgeschriebenen Dokumente sind mitzuführen.

VDA-Mitgliedern und Inhabern des Sachkundenachweises soll bei der Vergabe der Börsenplätze Vorrang gewährt werden.

Händlern oder berufsmäßigen Züchtern ist jegliches Anbieten sowie der Verkauf im Börsenraum untersagt. Es ist weiter untersagt, auf der Börse erworbene Tiere oder Pflanzen während der Börse an Dritte weiterzuveräußern.

§  4  Tierschutzrechtliche Bestimmungen
Folgende Bestimmungen sind im Sinne des Tierschutzes unabdingbar und ausnahmslos zu beachten:

1. Tiere dürfen nur in geschlossenen Räumen angeboten werden.

2. Es dürfen nur unverletzte Tiere in einem einwandfreien und gesunden Zustand angeboten werden.

3. Als Behältnisse sind nur genügend große Transportbehälter und Aquarien zugelassen, die von ihrer Größe her den Ansprüchen der angebotenen Tiere gerecht werden. Eventuell dazu ergangene oder ergehende gesetzliche Vorschriften sind zu beachten.

4. Eine Überbesetzung der Börsenbecken ist nicht zulässig (Besatzdichte in Abhängigkeit der Tierart).

5. Die Börsenbecken sind auf einer Temperatur zu halten, die den Ansprüchen der angebotenen Tiere genügt. Die für die angebotenen Tiere zuträglichen Wasserwerte (- parameter) sind zu beachten.

6. Den Börsenbecken ist bei kiemenatmenden Fischen auf geeignete Weise Sauerstoff zuzuführen.

7. Unverträgliche Arten oder Einzelgänger sind separat zu halten. Kampffischmännchen sind einzeln zu halten und dürfen keinen Sichtkontakt untereinander haben, Wasservolumen mind. 1 Liter.

8. Es ist ein Mindestmaß an Versteckmöglichkeiten und Strukturierung erforderlich (Pflanzenteile, Steine, Wurzeln o.ä.), Ausnahme: Schwarmfische.

9. Die Börsenbecken sind während der Börse durch den Anbieter oder einen Beauftragten ununterbrochen zu beaufsichtigen. Es ist vor allem darauf zu achten, dass niemand an die Scheiben der Börsenbecken klopft oder durch andere vermeidbare Manipulationen die Tiere beunruhigt.

10. Börsenbecken müssen auf Tischhöhe (mindestens 70 - 80 cm über dem Boden), größere Behältnisse können, bei Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen, auch bodengleich aufgestellt werden. Die Börsenbecken sollen möglichst nur von oben und einer Seite her einsehbar sein. Unter Beachtung von § 4.8 darf zusätzlich auch die Rückseite einsehbar sein, wenn der Verkauf von der Beckenrückseite aus erfolgt.

11. Es muss temperiertes Wasser mit für die Tiere zuträglichen  Wasserwerten zum Auffüllen der Börsenbecken bereitgehalten werden, für den Fall, dass der Wasserspiegel durch Wasserentnahme für die Transportbehältnisse zu stark absinkt.

12. In den Räumen, in denen die Börse stattfindet, darf nicht geraucht werden.

13. Die Abgabe und der Transport der Tiere darf nur in eigens dafür angebotenen Fischtransportbeuteln/Transportbehältnissen mit entsprechendem Wärme- und Sichtschutz erfolgen.

Für Beutelbörsen gelten folgende zusätzliche Bedingungen:

1. Beutelbörsen dürfen nur in geschlossenen Räumen abgehalten werden, in denen eine angemessene Raumtemperatur gewährleistet ist.

2. Die Beutel sind so aufzustellen, dass die darin befindlichen Fische betrachtet werden können, ohne dass der Beutel angehoben werden muss. Die Beutel müssen so aufgestellt werden, dass sie nicht um- oder herunterfallen können.

3. Die Beutel müssen ausreichend groß sein.

4. Die Börsendauer sollte möglichst nicht 2 Stunden übersteigen.

5. Der Sauerstoffversorgung der Fische im Beutel ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

6. Die Beutel müssen in einem ausreichenden Abstand zur Verkehrsfläche aufgestellt werden, damit die Fische nicht unnötig beunruhigt werden und nur von Personen näher begutachtet werden können, die ein echtes Kaufinteresse haben.

7. § 5 ist sinngemäß zu beachten.

§  5  Beratung und Information
Die Börsenbecken sind mit Schildern zu versehen, die auch noch aus einer Entfernung von mindestens 50 cm gut lesbar sind, aus denen hervorgeht:

1. Name des Züchters/Anbieters. Die Anschrift des Anbieters ist beim Börsenwart zu hinterlegen.
2. Artenname (wissenschaftlich/deutsch)
3. gegebenenfalls Herkunftsgebiet
4. Pflegehinweis (Wasserwerte, Temperatur, Vergesellschaftung)
5. Fütterungshinweise
6. eventuell erforderliche weitere besonders zu beachtende Hälterungsbedingungen
7. Preis/Tauschwert

Musterbörsenschilder wurden in „VDA-aktuell“ Heft 2/2000
Seite 61 und 62 abgedruckt und können für diese Zwecke kopiert werden.

Vom Anbieter wird zusätzlich erwartet, dass er den Kauf- oder Tauschinteressenten über die Pflegebedingungen der erworbenen Tiere und Pflanzen fachkundig berät.

§  6  Überwachung der Börsenordnung
Für die Überwachung des ordnungsgemäßen Ablaufes und der Einhaltung der Börsenordnung und ihrer Durchführungsbestimmungen sowie der weiteren Auflagen der Erlaubnisbehörde nach § 11 Abs. 1 Nr. 2c TierSchG ist vom Verein ein verantwortlicher Börsenwart und ein Stellvertreter zu bestimmen. Beide müssen sachkundig sein.

Der Börsenwart wird durch weiteres sachkundiges Aufsichtspersonal unterstützt. Der Börsenwart und das Aufsichtspersonal ist gegenüber den Anbietern und Besuchern weisungsberechtigt. Der Börsenwart und die Aufsichtspersonen müssen als solche erkennbar sein.

Der Börsenwart kann bei Zuwiderhandlung gegen die Börsenordnung oder die weiteren Auflagen der Erlaubnisbehörde Anbieter und Besucher mit sofortiger Wirkung von der Börse ausschließen und auf Kosten des Anbieters Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung des Tierschutzes treffen.

Bei schwerwiegendem Verstoß und/oder im Wiederholungsfall kann der Vereinsvorstand einen Anbieter oder Besucher zeitlich begrenzt oder endgültig von der Teilnahme an zukünftigen Börsen des Vereins ausschließen.

§ 7 Haftung
Vermittelt der Verein bei dem Ausrichten einer Börse lediglich die Gelegenheit, die auf einer Börse zugelassenen Tiere und Pflanzen oder gebrauchtes Zubehör einem interessierten Publikum anzubieten, kommen rechtswirksame Geschäfte nur zwischen dem Anbieter als Verkäufer und dem Käufer, bzw. zwischen den Beteiligten einer Tauschaktion, zustande. Weder dem VDA noch dem Verein selbst erwächst aus diesen Geschäften irgendeine Haftung oder Gewährleistung.

Weiterhin übernimmt der veranstaltende Verein in diesem Falle für die mitgebrachten Tiere, Pflanzen oder sonstige Gegenständen und für zur Verfügung gestellte Einrichtungen und Gegenstände keine Haftung. Jeder Anbieter hat sich vor Inanspruchnahme von Einrichtungen und Sachen, die der Verein für die Börse zur Verfügung stellt, von deren ordnungsgemäßen Zustand und Funktion selbst zu überzeugen.
 

§ 8 Überwachung u. Anordnung von Maßnahmen durch die zuständige Behörde
Die nach dem Tierschutzgesetz zuständige Behörde hat jederzeit Zutritt zu den Börsenräumen. Sie kann bei Rechtsverstößen oder Verstößen gegen Auflagen des Erlaubnisbescheides die erforderlichen Maßnahmen anordnen. Der Börsenwart und das Aufsichtspersonal sind dabei der zuständigen Behörde im erforderlichen Umfange behilflich.

§ 9 Ergänzungen zur Börsenordnung
Die Börsenordnung kann durch eine als Anlage angefügte Durchführungsbestimmung ergänzt werden, die dann Bestandteil dieser Börsenordnung ist. Die Ergänzungen dürfen jedoch nicht den in der Börsenordnung niedergelegten Grundsätzen widersprechen.

§ 10 Bekanntgabe
Vor Börsenbeginn werden an deutlich sichtbarer Stelle die Börsenordnung sowie die Durchführungsbestimmungen in erforderlicher Anzahl ausgehängt. Von jedem Anbieter wird vor Börsenbeginn eine schriftliche Erklärung eingeholt, dass dieser die Börsenordnung und die Durchführungsbestimmungen zur Kenntnis genommen hat und sich verpflichtet, diese einzuhalten.

Name und Adresse des Anbieters:

Name, Vorname.....................................................................................................

Straße und Hausnummer........................................................................................

Postleitzahl und Ort................................................................................................

Mit meiner Unterschrift erkläre ich, dass ich von oben aufgeführter VDA-Börsenordnung Kenntnis genommen habe und die Bedingungen einhalten werde.

...................................................................................
Unterschrift des Anbieters

 

Börsenordnung für Terraristik


1. Bedingungen für die Durchführung von Reptilienbörsen

Das Anbieten von Reptilien außerhalb von Zoofachgeschäften ist nur im Rahmen von organisierten Reptilienbörsen zu akzeptieren. Sie werden als Forum für einen direkten Kontakt zwischen Amphibien- und Reptilienzüchtern und interessierten Terrarianern oder allgemein Interessierten durchgeführt. Sie sind als unmittelbarer Austausch von Tieren und Informationen zwischen den Züchtern und zwischen Züchtern und Einsteigern in die Reptilienhaltung gedacht. Zielsetzung dieser Reptilienbörsen ist, den Massenimport von Wildtieren einzudämmen und zu selbsterhaltenden Population in menschlicher Obhut beizutragen.

2. Folgende Bestimmungen sind aus tierschutzrechtlichen Gründen unabdingbar und zu beachten:

1. 

Tiere dürfen nur in einem einwandfreien und gesunden Zustand angeboten werden.

2. 

Die Behältnisse müssen folgenden Mindestanforderungen entsprechen. 

a) ausreichend Lüftung,
b) geeignetes Bodensubstrat für die Aufnahme von Ausscheidungen,
c) die Größe des Behälters muss ein problemloses Wenden ermöglichen. Als Faustregel bei Echsen gilt - mindestens 1,5 Fache Kopf-Rumpf-Länge-,
d) die Betrachtung der Tiere soll nur von einer Seite oder von oben möglich sein,
e) jedes Tier ist einzeln unterzubringen; das gilt auch, wenn die Tiere paarweise oder als Zuchtgruppe abgegeben werden sollen.

3. 

Das Herausnehmen von Tieren aus den Behältern ist ausschließlich im Beisein und nach Zustimmung des Besitzers gestattet, wenn dafür ein triftiger Grund vorliegt.

4. 

Das Beklopfen und Schütteln mit Tieren besetzter Behälter ist tierschutzwidrig.

5. 

Geschlechtsbestimmungen mit Hilfsmitteln, die Verletzungen verursachen können oder für das Tier schmerzhaft sind, sollen in der Regel nicht erfolgen bzw. sind sie auf ein Minimum zu beschränken. Das Geschlecht des Tieres ist vor der Börse ggf. durch einen Tierarzt zu bestimmen.

6. 

Ein Verkauf von Babymäusen, Babyratten und anderen vergleichbaren Jungtieren ist nicht erlaubt. Dasselbe gilt für Weibchen, die vor weniger als 48h geboren haben oder die sich in der Geburt befinden.

7. 

Alle Behältnisse sind gegen unbefugtes und unbeabsichtigtes Öffnen zu sichern (z.B. Klebeband). Behälter dürfen nicht gestapelt werden, da die Gefahr des versehentlichen Umstoßens besteht. Sie sind möglichst erschütterungsfrei aufzustellen.

8. 

In allen Räumen, in denen Tiere ausgestellt sind, herrscht Rauchverbot.

9. 

Die Abgabe von Tieren an Kinder unter 16 Jahren ist ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten untersagt.

3. Anbieter

1. 

Die Behältnisse sind mit Schildern zu versehen, aus denen hervorgeht:
Name und Anschrift des Anbieters / Züchters
Artname der Tierart (wissenschaftlich und deutsch)
Herkunft: Nachzucht/Wildfang
Geschlecht 1,0/0,1/0,0,1
Schutzstatus: WA I, WA II; BartSchV o.ä.
 

2. 

Vom Anbieter wird erwartet, dass er den Kauf oder Tauschinteressenten über die Pflegebedingungen der erworbenen Tiere berät.

3. 

Händlern und erwerbsmäßigen Züchtern ist der Verkauf auf der Börse nicht gestattet.

4. 

Inhaber des VDA-Sachkundenachweises werden bei der Platzvergabe bevorzugt.

 

4. Zahlungsverkehr

Der gesamte Zahlungsverkehr erfolgt über die Aussteller.

5. Haftung

Der Verein tritt nur als Veranstalter in Erscheinung, rechtswirksame Geschäfte entstehen nur zwischen Anbietern und Käufern! Der Veranstalter übernimmt keine Haftung für Verluste, Unfälle und Schäden! 

6. Ablauf

Der Verkauf darf erst nach Eröffnung der Börse beginnen. Den Anweisungen des Börsenwartes sind Folge zu leisten. Bei Verstößen kann eine Verweis von der Börse erfolgen.